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EML - Erste schweizerische Fachzeitschrift für das Material-Management

Betriebseinrichtungen und Lager: Aufbewahrungsmöglichkeiten für Werkzeug

Eine durchdachte Lagerung des Werkzeugs in Betriebseinrichtungen dient nicht nur der Übersicht, sondern auch der Rechtssicherheit. Materialien und Werkzeuge sollen griffbereit sein und stets funktionieren. Besonders bei empfindlichen Geräten ist daher eine sachgerechte Aufbewahrung wichtig. Daher stellt sich die Frage nach der optimalen Einrichtung des Lagers für sämtliche Anforderungen.

Lagerung in Betriebseinrichtungen: Bestimmungen und Prüfpflichten

Wichtige Bestimmungen zur Lagerung in Betriebseinrichtungen finden sich zum einen in der SN EN 15635 und zum anderen in den BGR 234 (Berufsgenossenschaftliche Regeln für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, BG-Regeln, ehemals ZH1/428). Hinsichtlich der Lagerung von Werkzeug und Materialien sind Arbeitgeber in der Schweiz zu regelmässigen Inspektionen verpflichtet. Mindestens alle 12 Monate muss eine dazu qualifizierte Person Lager- und Regalanlagen überprüfen.

Hierbei legt die Norm SN EN 15635 die Grenzwerte für die Gefährdungsbeurteilung fest und definiert Art und Umfang der Kontrollen. Nach dieser Norm sowie den BGR 234 sind Regalanlagen im Sinne der Sicherheit der Mitarbeiter sowie der Kunden regelmässig zu prüfen. Ebenso zielt die Überprüfung auf die Reduktion des Risikos von Sachschäden an den Materialien und Einrichtungen.

Die Bestimmungen sind vor dem Hintergrund erlassen worden, dass bereits scheinbar leichte Beschädigungen der Regalrahmen die Tragfähigkeit massiv reduzieren können. Damit steigt die Unfallgefahr erheblich an. Probleme wie Verdrehungen oder Stauchungen an Regalsystemen können ohne Inspektion unentdeckt bleiben und zum erheblichen Problem für die Arbeitssicherheit werden. Um mögliche Unfälle zu vermeiden, dienen die regelmässigen Inspektionen der Gewährleistung der Sicherheit. Im Wortlaut sind gemäss SN EN 15635 Überprüfungen in Abständen von nicht mehr als 12 Monaten von fachkundigen Personen durchzuführen. Diese führen Sichtkontrollen auf Einhaltung der Sicherheitsrichtlinien nach der Norm vor. Ebenso überprüfen sie die Lagereinrichtungen auf erkennbare Schäden, Fehler oder Deformationen. Bei Regalanlagen erfolgt ein Abgleich der Belastungsschilder. Am Ende der Kontrolle steht ein schriftlicher Bericht inklusive Vorschlägen (Inspektionsprotokoll) sowie im Idealfall die Inspektionsplakette.

Empfindliche Werkzeuge und ihre Aufbewahrung

Empfindliche Messgeräte und andere Werkzeuge bedürfen besonderer Sorgfalt in der Lagerung und Aufbewahrung. Dies gilt insbesondere für Präzisionsinstrumente. Eine nachlässige Lagerung kann zu falschen Messergebnissen oder sonstigen Schäden an den Instrumenten führen. Besondere Aufmerksamkeit ist bei aufwändigen elektronischen Geräten und Bauteilen geboten. Auch alle Arten von Messwerkzeuge müssen im Sinne korrekter Ergebnisse sorgfältig aufbewahrt werden. So gilt es etwa bei Wasserwaagen darauf zu achten, dass sie frei von Schmutz sind. Nur unter dieser Voraussetzung ist eine exakte Messung überhaupt möglich.

Weiterhin gilt für Metalle im Allgemeinen besondere Vorsicht. Werkzeuge oder Bauteile aus Metall sind vor Feuchtigkeit und Schmutz zu schützen, damit sie nicht korrodieren. Die Bildung von Rost oder Grünspan ist meist ein Ergebnis unsachgemässer Lagerung. Insbesondere eine zu hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt die Oxidation. Diese schränkt nicht nur die Funktion ein, sondern kann durch das porös werdende Material eine Gefahr für die Sicherheit darstellen.

Lässt sich die Luftfeuchtigkeit nicht senken, ist eine andere Aufbewahrungsart der Metall-Bauteile in Betracht zu ziehen. Eine Alternative ist etwa ein verschliessbarer Metallschrank. Weiterhin ist gerade bei metallenen Teilen darauf zu achten, dass überstehende Ecken und Kanten keine Gefahrenquelle darstellen.

Betriebseinrichtungen und die Aufbewahrung des Werkzeugs

Allgemein stehen bei der Einrichtung von Werkzeuglagern und Betriebseinrichtungen die Funktionalität sowie die Sicherheit im Fokus. Besonders in grösseren Werkstätten und Montageeinrichtungen sollte das wesentliche Arbeitsmaterial stets griffbereit sein. Werkzeuge, Bauteile und Zubehörsind an den Stellen aufzubewahren, wo sie tatsächlich benötigt werden. Bestimmte Werkzeuge sind in bestimmten Arbeitsschritten erforderlich. Daher empfiehlt es sich, sie in entsprechenden Aufbewahrungsmöglichkeiten und in der richtigen Reihenfolge zu lagern.

Bei der Ausstattung der Betriebsstätte mit Lager- und Aufbewahrungsmöglichkeiten, sollten zunächst konkrete Bedürfnisse analysiert werden. Zur Grundausstattung gehören Werkzeugschränke, Regalsysteme oder Lochwände. Spezielle Gegenstände für die Lagereinrichtung wie Behälter oder Transportkisten werden vom B2B-Versandhandel gaerner angeboten. Über die Wahl der Ausstattung hinaus ist es wichtig, den Inhalt der Schränke und Regale regelmässig zu überprüfen. Werkzeug und Material müssen den jeweils aktuellen Anforderungen genügen.

Organisation eines Werkzeuglagers

Auf vielerlei Art lassen sich Lager und darin befindliche Werkzeuge platzsparend organisieren und aufbewahren. Eine funktionale Grundlage sind durchdachte Werkzeugschränke. Am richtigen Ort platziert, haben Beschäftigte das erforderliche Werkzeug stets zur Hand. Weiterhin haben abschliessbare Werkzeugschränke den Vorteil, dass auch empfindliche und teure Werkzeuge einen sicheren Platz darin finden.

Eine praktische Ergänzung sind Lochwand-Systeme. Entnommene Werkzeuge lassen sich für den konkreten Einsatz über die Lochwände am Einsatzort bereitstellen. Lochwände ermöglichen eine freie Wahl der Aufbewahrung, sodass sich Werkzeuge jeweils bezogen auf den aktuellen Arbeitsschritt dort zwischenlagern lassen. Sie können entweder fest installiert oder frei beweglich sein. Eignet sich der Ort nicht zur Anbringung, gibt es Alternativen in Form von Schubkästen oder anderen Ablagen, die ebenso eine strukturierte Ablage der Werkzeuge ermöglichen.

Dort, wo es besonders auf Mobilität ankommt, erweisen sich Werkstattwagen als vorteilhaft. Gerade in grossen Montagehallen müssen Beschäftigte häufig an mehreren Orten bestimmte Arbeitsschritte verrichten. Werkstattwagen lassen sich zwischen den Einsatzorten frei hin- und herbewegen. Auch in kleineren Betriebseinrichtungen können Werkstattwagen aufgrund ihrer kompakten Grösse vorteilhaft sein. Dort können sie bei ausreichender Bestückung grössere Regal- oder Schranksysteme ersetzen.

Noch platzsparender sind Werkzeugkoffer und -trolleys. Diese eignen sich auch für den Ausseneinsatz sowie auf Reisen. Bei der Auswahl gilt es, auf ausreichend Platz für das benötigte Werkzeug zu achten. Es sollten spezielle Fächer für die benötigten Geräte und Materialien vorhanden sein. Es empfiehlt sich, Werkzeugkoffer bereits vorab so zu bestücken, wie es der jeweilige Arbeitseinsatz erfordert. Mitarbeiter führen im Idealfall nur genau das Werkzeug mit sich, das auch benötigt wird und verzichten auf das überflüssige Gewicht. Im Sinne der Übersicht können für verschiedene Einsatzorte oder Arbeitsschritte mehrere Werkzeugtaschen oder -koffer ausgestattet werden.

Regal- und Schranksysteme für alle Einsatzbereiche

Bei der Lagereinrichtung erweisen sich Schränke und Regalsysteme als vorteilhaft zur Aufbewahrung verschiedener Materialien und Werkzeuge. Hierbei sind die Anforderungen der aufbewahrten Dinge zu berücksichtigen, insbesondere die Lastgrenzen. Regale erfordern im Sinne der Sicherheit und zur Einhaltung rechtlicher Bestimmungen eine hinreichende Stabilität. Dem hohen Gewicht vieler Werkzeuge müssen die Regale standhalten. In Abhängigkeit der Erfordernisse können Schwerlastregale erforderlich sein, die dank spezieller Traversen und Stützrahmen ein hohes Maß an Steifigkeit und Sicherheit bieten.

Regal- und Schranksysteme lassen sich individuell kombinieren. Auch Erweiterungen sind bei den meisten Systemen problemlos möglich. Wachsen die Anforderungen und mit ihnen die Betriebsausstattung, so wächst das Regalsystem mit.

 

 

 

«Cobots – Problemlöser für KMUs?»

 

Cobots oder Kollaborative Roboter beschäftigen die Forschung und die Fachleute in den verschiedensten Branchen der Industrie. An der automation & electronics vom 5. bis 6. Juni in Zürich nimmt das Thema eine zentrale Rolle in der Diskussion unter den Fachleuten auf dem Gebiet der Automatisierung ein. Die FHNW in Brugg-Windisch ist einer von über 100 Ausstellern und präsentiert an der Messe unter anderem ein eigenes Cobot-Projekt. Im Trendinterview erklärt Prof. Dr. Thomas Besselmann, was die Besucher erwartet und wie sich kollaborative Roboter im Alltag bewähren.

Mit der Entwicklung von Cobots sind derzeit grosse Erwartungen verknüpft. Welche Rolle nimmt sie in der wissenschaftlichen Arbeit an Ihrem Institut ein?

Thomas Besselmann: Unser Institut beschäftigt sich mit unterschiedlichen Aspekten der Automatisierung. Wir nutzen unsere Expertise, um für KMU passende Lösungen für ihre Probleme bei der Automatisierung zu entwickeln. Die Robotik verstehen wir dabei als Werkzeug, um Prozesse zu automatisieren. In der Robotik steht umsatzmässig nach wie vor die Sparte der klassischen Industrieroboter im Vordergrund. Uns interessiert die Frage, in welchen Situationen Cobots einen Vorteil gegenüber den Industrierobotern haben. Um diese Frage zu untersuchen, haben wir etwa vor 15 Monaten einen Cobot Typ «Panda» von Franka Emika angeschafft, der unter anderem in einer Bachelor-Arbeit verwendet wurde. Dieses Jahr zeigen wir einen Messestand mit diesem Cobot an der automation & electronics.

Wie arbeitet es sich mit einem Cobot?

Das Modell, für das wir uns entschieden haben, lässt sich sehr einfach steuern. Die Bewegungen werden per App über den Webbrowser programmiert. Es ist keine Zeile Code notwendig, um diesen Roboter bedienen zu können. Er kann also nicht nur von Programmierern benutzt werden, sondern auch von Produktionsmitarbeitern. Das halte ich für noch wichtiger als die Sicherheitsstandards, auf die im Zusammenhang mit Cobots verwiesen wird. Häufig beobachten wir bei Industriepartnern, dass sie einen kollaborativen Roboter kaufen, ihn jedoch getrennt von den Mitarbeitern einsetzen. Der Grund, warum sie trotzdem keinen Industrieroboter nutzen, ist häufig, dass der Cobot einfacher zu programmieren ist.

Für welche Anwendungen ist der Cobot prädestiniert?

Kollaborative Roboter eignen sich für einfache Aufgaben, die häufiger umprogrammiert werden müssen. Das bedeutet im Wesentlichen, dass sie nicht mehrere tausend Mal die gleiche Bewegung ausführen, sondern vielleicht nur hundert Mal. Für kleinere Losgrössen, mit denen es KMU zu tun haben, sind Cobots auf jeden Fall interessant. Sie können auch mal über Nacht laufen und am nächsten Tag eine komplett neue Aufgabe erledigen. Die häufige Umprogrammierung ist mit dem klassischen Industrieroboter nicht amortisierbar. Pick&Place-Anwendungen und die Handhabung von Werkstücken sind im Grunde die hauptsächlichen Anwendungsgebiete. Häufiges wird hier eine tiefere Genauigkeit toleriert. Hingegen ist es zum Beispiel bei Schweissarbeiten sehr wichtig, dass die Bahn genau abgefahren wird. Dort wie auch bei der Geschwindigkeit sind dann wieder die Industrieroboter im Vorteil.

Welche Komponenten stellen sicher, dass sich Mitarbeiter und Cobot nicht in die Quere kommen?

Der Cobot Typ «Panda» von Franka Emika verfügt an jedem Gelenk über Drehmoment-Sensoren. Diese Sensoren messen die Belastung der Gelenke. Wenn der Cobot beispielsweise eine Person berührt, baut sich in den Gelenken Druck auf, was wiederum von den Drehmoment-Sensoren aufgezeichnet wird, und der Roboter hält an. So kann sichergestellt werden, dass die Kollaboration immer sicher vonstattengeht. Ausser dem Drehmoment-Sensor gibt es noch weitere Sicherheitskonzepte wie z.B. Kamerasysteme, die optisch überprüfen ob sich etwas im Arbeitsbereich befindet.

Digitalisierung, Vernetzung und IoT sind die grossen Trendthemen. Wie trägt ihr Projekt mit dem Cobot dazu bei, diese Entwicklungen in KMU zu unterstützen?

Unser Projekt ist in der Automatisierung hilfreich, die ein Teilaspekt der Digitalisierung ist. Ein grosser Vorteil der Cobots ist, dass sie dazu beitragen, die Produktion mit kleineren Losgrössen flexibler zu gestalten. Hersteller in allen Sparten müssen darauf reagieren, dass ihre Kunden immer adaptivere Lösungen wünschen, was dazu führt, dass die Losgrössen kleiner werden. Darüber hinaus sehen wir bei der Zusammenarbeit mit unseren Industriepartnern zwei weitere gewünschte Anforderungen. Die eine ist die Automatisierung von einfachen sich wiederholenden Prozessen. Die zweite ist das Vereinfachen von Aufgaben. Die Industrie will wie erwähnt häufig Roboter, die einfacher zu programmieren sind.

Wie beurteilen Sie die Umsetzung der Trendthemen in der Automatisierung in der Schweiz?

Ich bin beeindruckt, wie weit die Schweizer Firmen auf diesem Gebiet sind und wie innovationsfreudig und auch durchsetzungsstark sie auf dem Markt agieren. Die Unternehmen gehen auch mal mutige Wege.

Cobots wecken andererseits auch Vorbehalte. Zum Beispiel, wie viele Arbeitsplätze durch die Entwicklung überflüssig werden – braucht es in zehn Jahren noch Menschen, die arbeiten?

Das ist eine sehr interessante Frage. Der Ökonom John Maynard Keynes sagte 1930 voraus, dass im Zuge der technischen Entwicklung der Reichtum der Menschen grösser wird und dass die Leute aufgrund des geschaffenen Wohlstands Jahr für Jahr weniger arbeiten müssen. Bis Ende der siebziger Jahre stimmte diese Vorhersage, aber seitdem hat sich das Blatt gewendet und die Arbeitszeiten begannen wieder zu steigen. Jetzt kann man sich natürlich fragen, wo wir falsch abgebogen sind, denn dieser Trend hält an. Und es ist wirklich eine wichtige Frage, wo die Gesellschaft da eigentlich hintreibt. Ich persönlich würde es begrüssen, wenn die Menschen es sich leisten könnten, weniger zu arbeiten. Ich glaube, das ist ein Ziel, das wir verfolgen sollten.

Kürzlich «moderierte» eine Roboterdame eine Bühnenshow in Asien…

Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, was durch die Arbeit eines spezialisierten Forscherteams erreicht werden kann. Jedoch sollte man diese Ergebnisse eher als Leuchtturmprojekte sehen. Die in der industriellen Praxis eingesetzten Roboter unterscheiden sich sehr stark von den in den Medien gerne gezeigten sozialen Roboter. Und auch die sozialen Roboter, die man gegenwärtig kaufen kann, reichen lange nicht an die Fähigkeiten heran, die von den Forschergruppen mit viel Aufwand erreicht werden.

Wie beurteilen Sie den Arbeitsmarkt für Programmierer und Spezialisten?

Unsere Absolventen haben hervorragende Chancen auf dem Arbeitsmarkt, die Berufsaussichten für Systemtechniker und Automationsspezialisten sind nach wie vor sehr gut. Das ist nicht grossartig anders als vor 20 Jahren, denke ich.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie an die automation & electronics?

Wir freuen uns sehr auf die Teilnahme. Natürlich wollen wir mit unserem Auftritt grundsätzlich Begeisterung wecken für die Technik. Wir werden gerade junge Leute ansprechen und denken, dass das am besten durch die Interaktion mit einem kollaborativen Roboter geht. Dieser wird eine Pick&Place-Anwendung vorführen, die beispielsweise darin bestehen könnte, dass er dem Besucher eine Visitenkarte überreicht. Daneben können wir uns an der Messe auch mit unseren Kollegen aus der Praxis austauschen. Wir sehen die automation & electronics als grossartige Möglichkeit, Kontakte zu sammeln und bestehende zu stärken. Die verschiedenen Branchen an der Messe erhalten einen guten Eindruck, wer wir sind.

Registrieren Sie sich noch heute mit dem Gutschein-Code «3081» für die automation & electronics 2019 und sichern Sie sich Ihr kostenloses Eintrittsticket zum Eintritt in die Welt der Automation, Digitalisierung und des Internet of Things.

www.automation-electronics.ch

Der neue Verpackungskatalog ist da!

Schweizer Verpackungskatalog 2019 als Printversion zum Vorzugspreis bestellen

Der neue Verpackungskatalog 2019 ist ab sofort erhältlich. Auch in der 73. Ausgabe widmet sich das bewährte Schweizer Branchen-Jahrbuch dem Verpacken in all seinen Facetten. Der aktuelle Katalog kann als hochwertige Printversion zum Vorzugspeis von CHF 39 inklusive Versandkosten bestellt werden.

Seit drei Generationen begleitet der Schweizer Verpackungskatalog Fach- und Führungskräfte bei der Auswahl ihrer Partner für Lösungen rund um die Verpackung. Der übersichtliche Aufbau der Verzeichnisse führt zielgenau zu den Anbietern, die redaktionellen Beiträge beschreiben die aktuellen Trends und zeigen Produkte, Systemlösungen und Beispiele aus der Praxis. Damit ist der Katalog Wegweiser, Ratgeber und Fachmagazin in einem: ein Kompendium mit Langzeitwirkung und hohem Nutzwert.

Die nächste Ausgabe des Schweizer Verpackungskatalogs erscheint Anfang 2020.

Bestellung und Kontakt:

Laupper AG
Postfach 631
4410 Liestal
Tel. 061 338 16 16
undefinedverpackungskatalog(at)laupper.ch

 

 

»Digital Logistics Award« − Wettbewerb für Logistik-Start-ups und -Start-ins geht in die zweite Runde

Nach einem erfolgreichen Start konkurrieren auch in diesem Jahr wieder mehrere innovative Teams um den »Digital Logistics Award«. Der 2017 vom »Digital.Hub Logistics« neu ins Leben gerufene Logistik-Award wird dieses Jahr zum zweiten Mal im Rahmen des »Zukunftskongress Logistik – 36. Dortmunder Gespräche« verliehen.

Der vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und vom EffizienzCluster LogistikRuhr veranstaltete Zukunftskongress Logistik hat nach über 35 Jahren längst seine eigenen Traditionen. Mit der Verleihung des Digital Logitsics Award etabliert sich am 11. und 12. September 2018 nun eine weitere. Am ersten Kongresstag stellen insgesamt acht Start-ups und Start-ins ihre möglichst innovativen digitalen Logistiklösungen für Produktion, Handel, Farm & Food, den Finanzsektor und weitere Branchen vor. Die Sieger küren die Teilnehmer des Kongresses mit einer Abstimmung direkt vor Ort. Mit der Auszeichnung möchte der »Digital.Hub Logistics« kreative Business-Lösungen für die digitale Arbeitswelt in der Logistik würdigen und fördern.

Der Digital Logistics Award ist eine der höchst dotierten Auszeichnungen in der logistischen Start-up-Szene. Um die eigene Geschäftsidee weiter voranzutreiben und am Markt zu platzieren, erhält der erste Platz 30 000, der zweite 15 000 und der dritte 5000 Euro. Doch auch die fünf übrigen Finalisten gehen nicht leer aus: Alle acht Teams erhalten schon vorab zwei Freikarten für die Teilnahme am Zukunftskongress Logistik und eine kostenlose Ausstellungsfläche vor Ort. Darüber hinaus erhalten sie die Chance, vor mehr als 500 Entscheidern der Logistikbranche zu pitchen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Der Award wird ausgelobt von der Duisburger Hafen AG, dem Fraunhofer IML und der EffizienzCluster Management GmbH.

Teilnehmen können Start-ups, deren Gründungsjahr nicht vor 2015 liegt, sowie Start-ins (Innovationsteams innerhalb eines Unternehmens), die in ihrem Unternehmen über Entscheidungsfreiheit und ein eigenes Budget verfügen. Der Kreativität bei der Bewerbung – bestehend aus einem Kurzvideo und einem sogenannten Pitchdeck –  sind keine Grenzen gesetzt. Ob das Video mit dem Handy aufgenommen oder von Profis zum Blockbuster verarbeitet wurde, ist nicht wichtig. Nur kurz sollte es sein. Entscheidend für die Jury sind die Darstellung der Idee und das Alleinstellungsmerkmal des neuen Produkts bzw. der Dienstleistung. Dabei soll vor allem der Kundennutzen im Vordergrund stehen: Welches Problem wird gelöst? Was macht die Idee für die Logistik so besonders?

Eine Expertenjury aus Wissenschaft und Wirtschaft prüft alle Bewerbungen und wählt im Anschluss acht Teams aus, die ihr Projekt im Rahmen des Kongresses in einem fünfminütigen Pitch vorstellen dürfen. Das Fachpublikum wählt dann die drei Gewinnerteams, die auf der anschließenden Abendveranstaltung in einem feierlichen Rahmen ausgezeichnet werden.

Interessierte Start-ups und Start-ins können ihre Bewerbung bis zum 31. Juli 2018 unter Angabe des Unternehmens, einer kurzen Teamvorstellung und eines Ansprechpartners per E-Mail an info(at)digitalhublogistics.de richten.

Der »Digital.Hub Logistics« in Dortmund, getragen von den Fraunhofer-Instituten für Materialfluss und Logistik IML sowie für Software- und Systemtechnik ISST, der EffizienzCluster Management GmbH und der Duisburger Hafen AG, soll die Digitalisierung der Logistikbranche in Deutschland vorantreiben. Er geht zurück auf eine Initiative des Digitalverbands Bitkom und ist Teil der Digital-Hub-Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit deutschlandweit zwölf Hubs.

Weitere Informationen zum »Digital Logistics Award« unter: www.digitalhublogistics.de

 

 

 

MS Wissenschaft 2018: Augmented Reality in der Logistik

Packen mit der Datenbrille

Die Digitalisierung der Industrie wird oftmals in einem Atemzug mit dem Wegfall von Arbeitsplätzen genannt. Viele Menschen fürchten, ihre Arbeit durch intelligente Technologien wie Augmented Reality zu verlieren. Dass digitale Assistenzsysteme Mitarbeiter durchaus entlasten können, demonstrieren Fraunhofer-Forscher am Beispiel einer Lösung für die Logistik. 

Immer mehr Menschen bestellen Waren im Internet – der Online-Handel boomt. Beim Versand achten die Lagerarbeiter darauf, dass möglichst viele Pakete auf eine Palette passen. Auf diese Weise sind weniger Lkw für den Transport erforderlich – die Umwelt wird geschont. Datenbrillen unterstützen die Mitarbeiter mit virtuellen Zusatzinformationen beim Packen. Die Technologie dahinter nennt sich »Augmented Reality«. Einen solchen digitalen Assistenten, der Mitarbeiter individuell beim Verpacken unterstützt, haben Forscher am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML konzipiert.

Über kontextsensitive Einblendungen erhält der Lagerarbeiter genau die Informationen, die er benötigt. Er erfährt, wie die Kartons angeordnet werden müssen und wie die Paletten optimalerweise zusammengestellt werden sollen. Bei dem Augmented-Reality-System handelt es sich um eine Kombination aus Hard- und Software: Die Datenbrille – eine Microsoft Hololens – besteht aus zwei Displays, die das reale Bild um virtuelle Informationen ergänzen. Die Software wurde am IML entwickelt. Sie berechnet das Packschema sowie die Palettierung, eine Prüfroutine kontrolliert das Ergebnis. Der Mitarbeiter wird somit beim optimalen Packen unterstützt. »Das ist nicht trivial, beispielsweise muss darauf geachtet werden, dass der Abstand zwischen den einzelnen Paketen gering gehalten wird«, sagt Benedikt Mättig, Wissenschaftler am Fraunhofer IML. »Mensch und Maschine sollen sich ergänzen, darauf haben wir den Fokus gelegt. Beispielsweise kann der Lagerarbeiter sein Erfahrungswissen einbringen, er muss sich nicht sklavisch an die vorgeschlagenen Packschemata halten.« Derzeit wird das System industrietauglich gemacht, Mättig und seine Kollegen wollen künftig auch andere Datenbrillen einbinden.

Innovationslabor Hybride Dienstleistungen in der Logistik

Das digitale Assistenzsystem ist eine von vielen technologischen Innovationen mit dem Schwerpunkt Mensch-Technik-Interaktion – insbesondere für den Bereich der Handels- und Produktionslogistik – denen sich die Forscher des Fraunhofer IML im »Innovationslabor Hybride Dienstleistungen in der Logistik« widmen. Ziel ist es, eine sozial vernetzte Industrie zu realisieren, die Social Networked Industry, die den Gegenentwurf zur »menschenleeren Fabrik« darstellt.

Auf der MS Wissenschaft versetzt das Exponat des Fraunhofer IML den Besucher in die Rolle eines Verpackers. Er erhält eine Datenbrille, mit der er Kartons auf einer Palette platziert. Ziel hierbei ist, die Kartons bestmöglich zu verteilen und dabei wenig Volumen zu verbrauchen. Der Besucher bekommt über die Datenbrille in Form dreidimensionaler Hologramme angezeigt, welchen Karton er als nächstes greifen und wo der Karton auf der Palette platziert werden soll. Das Exponat soll zur Diskussion anregen, wie digitale Technologien in der Industrie 4.0 eingesetzt werden können, welche Spielräume die Mitarbeiter in ihrer Arbeit haben und wie industrielle Arbeit am Beispiel der Lagerwirtschaft bereichert werden kann.

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Digitale Assistenten erleichtern dem Mitarbeiter das Packen und Bestücken der Paletten. Bild: © Fraunhofer IML

Ulrich Krämer, Hays

Effiziente Rekrutierung mit MSP und RPO

Wer seine Prozesse im Talentmanagement und in der Personalbeschaffung optimiert, erhält in Zeiten des Fachkräftemangels entscheidende Vorteile. Wo Know-how und Ressourcen fehlen, schafft die Zusammenarbeit mit einem externen Personaldienstleister Abhilfe. Mit der Auslagerung des Rekrutierungsprozesses und mit Managed Service Providing lassen sich in der Personal- und Servicedienstleistung Abläufe vereinfachen, Kosten reduzieren und die Compliance erhöhen.

Ulrich Krämer, Expert Managed Service Providing, Hays (Schweiz) AG

Während der Materialeinkauf seit Jahrzehnten weitestgehend standardisiert und optimiert ist, stehen Unternehmen beim Einsatz und der Steuerung von externen Arbeitskräften und Dienstleistungen weiterhin vor grossen Herausforderungen. Einkäufer und Personalabteilungen sind mit nicht harmonisierten Prozessen und wachsenden Compliance-Anforderungen konfrontiert. Der Ablauf von der Bedarfserfassung bis zur Besetzung oder Vergabe ist aufwändig und langwierig. Der Kostendruck steigt, ebenso wie die Ansprüche an die Qualität. Wettbewerb zu erzeugen ist schwierig, und die Anbieter lassen sich kaum vergleichen. Häufig werden nicht einmal die richtigen Dienstleister kontaktiert. Unternehmen suchen deshalb nach Wegen, die Komplexität zu verringern und durch erhöhte Effizienz und Transparenz die Qualität der Vergaben zu verbessern und gleichzeitig Kosten einzusparen – und damit der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein

Externe Rekrutierer verfügen über stringente und standardisierte Prozesse

Der komplexe Sachverhalt und das grosse Einsparungspotenzial haben einen Markt für Prozessoptimierungen beim Bezug von externen Arbeitskräften und Dienstleistungen geschaffen. So kann eine Auslagerung der Rekrutierung an einen spezialisierten Personaldienstleister (auch Recruitment Process Outsourcing oder kurz RPO genannt) den gesamten Prozess von der Bedarfsplanung über die Kandidatenansprache, die verschiedenen Auswahlschritte bis zur Anstellung umfassen – es können natürlich aber auch nur einzelne Module aus dieser Kette ausgelagert werden.

RPO erlaubt es auch mittleren Unternehmen, vom langjährigen Know-how eines professionellen Rekrutierers zu profitieren. So sind etwa im Vorfeld einer Anstellung viele Fragen zu klären. Besitzt der Kandidat das gewünschte Profil mit den richtigen Qualifikationen? Weist er entsprechende Erfahrung auf? Passen Ort und Zeitpunkt der Anstellung? Stimmt das Gehalt? Und bei der Anstellung ausländischer Spezialisten besonders wichtig: Lassen auch dessen private Umstände einen Umzug in die Schweiz zu? Externe Personaldienstleister wissen genau, worauf es ankommt, und können den geeignetsten Kandidaten mithilfe der korrekten Fragestellung und dem nötigen Gespür identifizieren. Schliesslich erleichtert die Beauftragung eines Rekrutierungsprofis auch den Umgang mit rechtlichen Anforderungen.

Managed Service Providing bietet höhere Liefersicherheit

Eine weitere Option, wie von der Erfahrung eines professionellen Anbieters profitiert werden kann, ist das Managed Service Providing (MSP). Dabei übergibt das Kundenunternehmen einem MSP-Anbieter die Aufgabe, den Bedarf der Organisation im Bereich Personalverleih, Freelancing und Services effizient, standardisiert und transparent aufzunehmen und an die entsprechenden Dienstleister zu vermitteln. Der Managed-Service-Provider agiert dabei als zentraler Ansprechpartner des Auftraggebers entlang der Rekrutierungs-, Vergabe- und Abwicklungsprozesse.

Das Kundenunternehmen erhält ein modulares Serviceportfolio, das individuell auf seine Bedürfnisse zugeschnittenen wird – von der Erfassung der Bedarfsanforderungen und dem Freigabeprozess über Ausschreibung, Angebot, Auswahl und Beauftragung, über Onboarding, Zeiterfassung und Spesenabrechnung bis hin zu Rechnungsstellung und Offboarding sowie Reporting und Analyse. Der MSP-Anbieter kann dabei eine neutrale, lieferantenunabhängige Stellung einnehmen oder auch selbst Kandidaten bzw. Dienstleister einbringen. Zusätzlich erbringen MSP-Anbieter Payroll-Dienstleistungen, nehmen also externe Ressourcen unter Vertrag, auch solche aus dem bestehenden Netzwerk des Unternehmens.

Externe Arbeitskräfte und Dienstleister strukturiert beschaffen

Ein webbasiertes Vendor-Management-System (VMS) unterstützt die Prozesse, die der Auftraggeber und der MSP-Anbieter gemeinsam implementieren. Jeder aktive Dienstleister benutzt das VMS, um seine Offerten zu platzieren und Projekte abzuwickeln. Der MSP-Anbieter steuert, koordiniert und unterstützt den Anfrage-, Auswahl-, Bestell- und Abrechnungsprozess neutral im Interesse der Kundenorganisation.

Der Aufwand des Bedarfsträgers sinkt dadurch. Er nutzt das VMS, um seinen Bedarf mithilfe von Templates strukturiert zu erfassen. Im VMS hinterlegte Freigabestufen prüfen, ob das entsprechende Budget vorhanden ist. Im Anschluss kontrolliert der MSP die Bedarfsmeldung und verteilt sie neutral (zu gleicher Zeit und in gleicher Qualität) an ausgewählte Dienstleister. Nach wenigen Stunden oder Tagen übermitteln die Dienstleister die Profile bzw. Angebote über das System an den MSP, der ein erstes Ranking nach Qualität und Preis vornimmt und dem Bedarfsträger die entsprechenden Profile bzw. Angebote zustellt. Dieser trifft seine Auswahl und löst über das VMS eine vorläufige Bestellung aus, die anschliessend die erforderlichen Freigabestufen durchläuft, bevor sie schliesslich an die Dienstleister final übermittelt wird. Der weitere Abwicklungsprozess ist jederzeit transparent und effizient durch den MSP gesteuert und im VMS abgebildet. Somit werden zum Beispiel Erinnerungen für Projektbeendigungen versendet, Timesheets elektronisch freigegeben und Rechnungen simuliert bzw. über das VMS gestellt.

Das auftraggebende Unternehmen profitiert davon in vielfacher Hinsicht. Die Harmonisierung des Beschaffungsprozesses reduziert die Komplexität und steigert Effizienz, Effektivität und Compliance. Die Liefersicherheit wird erhöht und die Qualität der Vergaben verbessert. Die Integration der zeit- und abrechnungsrelevanten Daten in das VMS führt zu Kostenzuordnung und -transparenz. Gleichzeitig sinken die Gesamtkosten für externe Arbeitskräfte und Dienstleistungen um etwa 10 Prozent.

Verbindung von Festanstellung und Temporärarbeit liegt im Trend

MSP findet heute oft bei Grossunternehmen Anwendung, um temporäre Fachkräfte zu rekrutieren; das Konzept wird aber auch für den Mittelstand zusehends interessant. Für sie gibt es inzwischen Angebote mit geringem Implementierungsaufwand und zu moderaten Preisen. Wichtig ist, dass der Rekrutierungspartner ein kundenspezifisches Konzept entwickelt und umsetzt. Dieses kann sowohl RPO als auch MSP umfassen oder eine Kombination aus beidem.

In der Tat weist der Markttrend derzeit eindeutig auf eine Verbindung aus beiden Konzepten hin: Festanstellungen und Temporärarbeit werden immer seltener getrennt behandelt. Besonders Unternehmen, die zusätzlich zum regulären Rekrutierungsbedarf regelmässig Auftragsspitzen abdecken müssen (zum Beispiel Beratungsfirmen, das produzierende Gewerbe oder Systemhäuser) oder spezielles Know-how benötigen, wenden sich präferiert an Anbieter, die sowohl Festanstellungen vermitteln als auch im Personalverleih tätig sind.

Noch werden Festanstellungen oft aus den HR-Abteilungen gesteuert, während die Rekrutierung zeitlich begrenzter Arbeitskräfte über den Einkauf erfolgt. Doch immer mehr Firmen planen mittelfristig die Einrichtung einer zentralen Einheit für die Beschaffung. Sie erhalten so eine bessere Übersicht über die Kosten der Personalbeschaffung.